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Gedenkfeier anlässlich des Tages der Erinnerung und der Trauer

Am 22. Juni 2019, dem Tag der Erinnerung und der Trauer, fand auf dem Parkfriedhof Eichhof eine Gedenkfeier statt. Der russische Generalkonsul Andrei Sharashkin, der Kieler Stadtpräsident Hans-Werner Tovar und der Vorsitzende der Deutsch-Russischen Gesellschaft Kiel Hans-Friedrich Möller legten zur Erinnerung an den Überfall des Deutschen Reiches auf die Sowjetunion Kränze zum Ehrenmal für 172 sowjetische Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft nieder. Stadtpräsident Tovar betonte in seiner Rede wie wichtig es sei, die Erinnerung an die schrecklichen Ereignisse des Zweiten Weltkrieges und die Kriegsleiden der sowjetischen Bürger wach zu halten. Generalkonsul Sharashkin hieb hervor, das Gedenken an den Krieg sei in Russland nicht nur historisch relevant, sondern auch persönlich geprägt. Denn fast jede Familie verlor an der Front oder in den KZs ihre Verwandten und Vertrauten.

Der Generalkonsul bedankte sich bei der Deutsch-Russischen Gesellschaft und dem Koordinationsrat der russischen Landsleute in Schleswig-Holstein. Ein aufrichtiger Dank ging auch an Herrn Stadtpräsidenten Tovar für seine rege Teilnahme an den Gedenkveranstaltungen und Engagement auf dem Gebiet der deutsch-russischen Beziehungen.

Am selben Tag wurden Blumenkränze am Lagerfriedhof Sandbostel niedergelegt. Leiter der Gedenkstätte Lager Sandbostel, Andreas Ehresmann, machte auf das Ausmaß an Leid und Elend, das der Tag 22. Juni 1941 den sowjetischen Bürgerinnen und Bürgern brachte, aufmerksam. Gegenwärtig werde die Problematik einer systematischen Vernichtung der sowjetischen Kriegsgefangenen durch die Wehrmacht und SS-Einheiten eher begrenzt behandelt und stehe nur in engen Kreisen der Kriegshistoriker im Fokus. Die Tragödie der in Gefangenschaft geratenen Rotarmisten werde im deutschen öffentlich-politischen Diskurs nicht angemessen erörtert.

Der russische Generalkonsul dankte ausdrücklich dem Team der Gedenkstätte Lager Sandbostel für den Erhalt der Erinnerung an die 5000 sowjetischen Kriegsgefangenen, die in den Massengräbern von Sandbostel begraben sind.